Biologisch abbaubarer Kunststoff - Untersuchungen in der Ostsee

Veröffentlicht am 21. Juli 2021 um 09:14

Danach haben wir uns mit einer kurzen Pause am Strand erholt und konnten dann motiviert anfangen, die Bojen, an die wir unsere Folien in Siebkästen zur Überprüfung der biologischen Abbaubarkeit befestigen, vorzubereiten.

Mit dem Schiff sind wir losgefahren, mussten noch einen Stopp auf Grund eines Gewitters einlegen und konnten schließlich unsere Bojen sicher ins Wasser werfen. Da alle unserer Tagesaufgaben erfüllt wurden, sind wir abends zufrieden und müde in unsere Kojen gegangen.

Unser Forschungsprojekt auf dem Forschungsschiff Aldebaran

wir möchten uns bereits an dieser Stelle bei der Deutschen Meeresstiftung und allen Mitarbeitern bedanken, die dieses Forschungsprojekt möglich machen.

 

Das Projekt

Im vergangenen Jahr haben wir Kunststoffe aus Chitosan hergestellt und diese biologisch gefärbt. Aktuell untersuchen wir nun die Abbaubarkeit unserer Kunststoffe in unterschiedlichen Systemen, wie beispielsweise in Erde, Süßwasser oder Leitungswasser. Als wir von der Ausschreibung der Deutschen Meeresstiftung für ein Forschungsstipendium auf der Aldebaran auf der Ostsee hörten, haben wir uns sofort beworben, da wir das Problem von Plastik und Mikroplastik vor allem in marinen Ökosystemen ein großes ist. Wir wollen in unserer einwöchtigen Forschungsreise auf dem Schiff herausfinden, ob und wie unser selbst hergestellter Kunststoff im Meer abgebaut wird und wie die Lebewesen darauf reagieren.

Ab nächster Woche finden alle Interessierten hier unseren Blog, den wir für euch schreiben.

24.07.2021

Erstmal freuen wir uns, eine Woche auf dem Forschungsschiff Aldeberan in Niendorf unsere Projektfragen erforschen zu können. Zum einen wollen wir nämlich dem Eintrag von Mikroplastik durch Flussmündungen in das Meer auf den Grund gehen und des Weiteren herausfinden, wie biologisch abbaubar unsere selbst hergestellten Kunststofffolien im Meer sind. Denn Plastikmüll ist und bleibt ein großes Problem, das sich nicht in Luft auflöst, sondern zu dem Lösungen gefunden werden müssen.

Nachdem wir für den Meereswettbewerb angenommen worden waren, mussten wir gleich am nächsten Wochenende nach Hamburg zum Vortreffen fahren. Dort trafen wir auch die anderen Teams und bekamen dann einen genaueren Eindruck vom Meereswettbewerb, indem uns zum Beispiel die Aldeberan und der Tagesablauf erklärt wurde. Wieder zu Hause in Tuttlingen, gingen dann alle Vorbereitungen los. Folien mussten hergestellt werden, man brauchte ein genaues Konzept für die Durchführung unserer Forschungsthemen, Probengebiete für die Mikroplastikanalyse an Flussmündungen mussten ausgesucht, Materialien mussten abgepackt, hochgeschickt und Gespräche mit der Schiffscrew und unseren Wissenschaftspaten mussten gehalten werden. Wir hatten auch ein Interview mit dem SWR über die Woche auf dem Schiff und sind jetzt bereit loszulegen.

Gerade sitzen wir gespannt in unseren Zugsitzen und freuen uns darauf, mit der Schiffscrew und Wissenschaftler/-innen eine Woche zusammen forschen zu können.

Als wir abends endlich angekommen sind, haben wir uns mit dem Schiff bekannt gemacht. Danach wurde das gemacht, was man als erstes an der See machen sollte: eine wohl verdiente Runde schwimmen in der Ostsee. Gearbeitet wird morgen, heute schlafen wir einfach noch.

25. 07.21

Der erste Schlaf auf dem Schiff war, wenn man es bewerten kann, eine interessante Erfahrung. Die nervenden Mücken, das kleine Gewitter, die Ostsee Brise und die zwischendurch spielende Partymusik. All in All, ein guter Schlaf. 

Nach dem Frühstück und kurzem Briefling haben wir uns an den Aufbau unserer Aquarien gemacht, die wir bei den Hafenaktionstagen der Deutschen Meeresstiftung in Niendorf ausstellen dürfen. Dabei zeigen wir den Besuchern in einem größeren Aquarium, wie wir unsere Kunststofffolien im Meer in Siebboxen anbringen und in einem kleineren, wie sich die Folien im Salzwasser verhalten. Aber hier auch noch mal ein Bild dazu.

Das ist Rebecca mit Emily und Simone von der Deutschen Meeresstiftung. Oben kann man nochmal schön den Aufbau unserer Siebkästen mit den Kunststoffolien erkennen, genau gleich haben wir die Kästen an den Bojen befestigt.

 

26.07.21

Heute ist glücklicherweise unsere Wissenschaftspatin passend zum Frühstück angekommen.  Gleich danach kam dann eine Journalistin vom Radio-Sender NDR 90,3, um uns kurz zu interviewen. Nach schnellem Wissenschafts- und Tagesbriefing haben wir vom Hafen abgelegt, um die Sedimentproben für die Mikroplastikanalyse im Neustädter Hafen, Fluss und der Bucht zu entnehmen. Damit für die Probenentnahmen alles gut lief, haben wir uns vorher einen genauen Ablauf und eine Aufgabenverteilung für die Proben überlegt, der dann nach jeder Probe besser funktioniert hat. Nebenbei hat uns Sophie an Tassen ein paar Seeknoten beigebracht, damit wir auf der Aldeberan besser mit anpacken konnten.

Abschließend haben wir unsere Trocknungsanlage für die Sedimentproben aufgebaut und gehen nun nach einem langen Tag schlafen.

Wir haben übrigens Michael Braungart (den Entwickler des Cradle-to-Cradle-Konzept) und Monika Griefahn (Gründerin von Greenpeace in Deutschland) bei der Aldeberan getroffen und konnten sogar ein Bild mit ihnen machen. Das war eine überraschende und lehrreiche Erfahrung mit so vielen Gründern reden zu dürfen.

27.07.21

Neuer Tag, neues Glück. Der Tag begann wieder mit einem leckeren Frühstück und einem informativen Briefing. Lange haben wir nicht gewartet und sind früh rausgefahren. Der Plan für den Tag war es, neue Proben von der Trave zu holen, was wir gemacht haben, aber auch das Überprüfen unserer Folien und deren Stand beim Abbau.

Am Nachmittag haben wir Besuch von Robert Habeck auf dem Schiff bekommen, um ihm unser Projekt zu zeigen und erklären. Er wirkte sehr interessiert an unserem Thema und hat sich gespannt alles angehört. Es war sehr cool, einen bekannten Politiker zu treffen und ihm all dies zu erklären. Danach haben wir uns um das Trocknen der neuen und gestrigen Proben gekümmert. Vorbereitungen für die morgigen Versuche wurden natürlich auch gemacht, was diese jedoch sind, erzählen wir erst morgen. 

Das Panorama ist an einem Steg in Niendorf entstanden, wo wir den Abend zusammen mit Crêpes und Eis ausklingen lassen haben.😊

29.07.2021

Seit heute Morgen ist Andreas Zerr bei uns auf der Aldeberan, um eine kurze Reportage für die Deutsche Meeresstiftung über unser Projekt zu drehen. Er hat uns sehr stürmisches Wetter mitgebracht, denn als wir nach dem Frühstück raus aufs Meer sind, um ein paar unserer Folien in den Siebboxen rauszuholen, hatten wir Windstärke 6 und einen Wellengang von bis zu zwei Metern, aber es ist zum Glück alles gut gelaufen. Wir hat heute in den Siebboxen, die am Sediment lagen, sogar kleine Seesterne und eine Miesmuschel gefunden!

Nach unserer Folienuntersuchung haben wir mit einer Sonde verschiedene nautische Daten gesammelt, um die Referenzen des Ortes analysieren zu können, an dem wir die Abbaubarkeit unserer Folien untersuchen.

Am Mittag haben wir dann unsere eingeholten Folien genauer analysiert und das Gewicht der getrockneten Folien dokumentiert. Es gab erstaunlicherweise eine Gewichtsabnahme bis zu 50% innerhalb von zwei Tagen. Danach haben wir dann klar Schiff gemacht und lecker Crêpes gegessen.

Wir hatten am Abend noch ein wenig Zeit, um zu machen, was wir wollten. Also sind wir am Abend an die Strandbar von Niendorf gegangen. Getrunken haben wir dort alkoholfreie Drinks, die uns Frank bezahlt hat. Der Tag endete mit guten Ergebnissen, guten Drinks und einer wunderbaren Aussicht.

30.07.2021

Heute gibt es nicht ganz so viel zu berichten wie sonst, da heute Aufräumtag war. Nach dem Frühstück haben wir gleich angefangen, unsere Forschungsutensilien wieder zu verpacken und sendebereit zu machen, unsere Reisetaschen zu packen sowie auf dem Deck und unter dem Deck zu putzen und aufzuräumen. Zudem haben wir zwischendurch unsere alternativen Kunststofffolien, die im Meerwasser waren und die wir am vorherigen Tag herausgeholt hatten, zu wiegen und Auffälligkeiten zu dokumentieren.

Als am Nachmittag alles erledigt war, hat uns Sophie Steinhausen Eis und Smoothies spendiert und wir konnten den effektiven Tag entspannt am Strand beenden.

31.07.2021

Der allerletzte Tag unserer Woche auf der Aldebaran startet mit einer Ausfahrt um 5Uhr morgens. Denn wir wollen heute noch vor der Rückfahrt die letzten Kunststofffolien mitsamt der Bojen, an denen die Folien befestigt waren, herausholen.

Dann war es Zeit die Taschen zu packen. Davor haben wir aber die Boxen mit unserem Equipment vorgesendet. Niemand möchte ja ca. 10 Kilo an Equipment auf eine 11 Stunden Reise mitnehmen, oder?

Es gab eine kleine Verabschiedung, die uns gezeigt hat, wie schnell die Woche vorbeiging. Es war eine gute Woche auf dem Aldebaran für uns und unser Projekt. Wir haben die Möglichkeit bekommen auf einem Forschungsschiff zu fahren, während unser Projekt weitergekommen ist und die Woche uns die mögliche Zukunft für das Projekt gezeigt hat. 


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